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Schiff ahoi - Fisch ade!

80% der weltweiten Fischbestände sind überfischt. Dies ist das Ergebnis des Weltfischereireports der Welternährungsorganisation (FAO) vom März 2009.

Die Meere sind quasi der letzte rechtsfreie Raum der Welt und hoch technologisierte Fangflotten treiben weiter ihren Raubbau am Fischbestand, der schon in 40 Jahren zu kollabieren droht.

Die EU ist an diesem Skandal maßgeblich beteiligt. Ihre aufgeblähten Fangflotten steuern nun vermehrt die Gewässer vor Afrikas Küsten an, nachdem die europäischen Gewässer nur noch wenig hergeben, und räumen jetzt dort die Meere leer.

Gleichzeitig wird der globale Fischbestand auch durch den Klimawandel in Mitleidenschaft gezogen. Auf die Länder des Südens, besonders die äquatornahen Küstenregionen haben die Folgen weit dramatischere Ausmaße als für Europa, da für die Fische das Wasser zu warm wird und sie nach Norden ausweichen. Meist stehen keine alternativen Eiweißquellen zur Verfügung und neben der Ernährungssicherheit bleiben auch Millionen von Arbeitsplätzen und die Lebensgrundlage vieler Familien auf der Strecke.

Im Senegal etwa kommt immer weniger Fisch auf den Tisch der einfachen Leute, weil die großen japanischen oder EU-subventionierten Schlepper die Küste gnadenlos ausbeuten, um die zahlungskräftige Kundschaft in Tokio, Hamburg oder München zu bedienen. Den einheimischen Fischern bleibt oft nur der Verkauf ihrer Boote und die lebensgefährliche Überfahrt und Flucht auf die Kanaren.

Gezüchteter Fisch, so genannte Aquakulturen, könnte den Schaden nur dann mildern, wenn es sich um die ökologische Haltung von Pflanzen fressenden Arten handeln würde. Die Fütterung mit Fischmehl und der Einsatz von Antibiotika bieten jedenfalls keine Lösung.

Für eine nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung der Fischbestände sind weltweite Schutzregeln und deren strikte Einhaltung unumgänglich. An die freiwilligen Richtlinien aus dem Jahre 1995 hält sich so gut wie keine der Fischereinationen, obwohl sich die Fischindustrie dadurch ihrer eigenen Grundlagen beraubt. Die Erträge aus dem Fang wildlebender Meeresfische sind bereits rückläufig.

Wir fordern die Bundesregierung auf, ihren Einfluss in der EU-Fischereipolitik geltend zu machen, um die Fangkapazitäten zu reduzieren, das heißt den Beständen anzupassen, Schutzgebiete einzurichten und ökologische Fangtechniken durchzusetzen.

Gleichzeitig appellieren wir an die VerbraucherInnen hierzulande, auf Fisch aus gefährdeten Beständen zu verzichten. Wir fordern deswegen auch eine entsprechende Kennzeichnung der Ware, um diese Kaufentscheidungen zu erleichtern.

Weitere Informationen:

Unser Flyer zum Thema (DinA4 3-fach zum Schneiden)


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Stand: 15. Juni 2010